Privat

Unhappy Frauentag!

unser Veranstaltungskalender auf der Dari/Farsi-Seite platzt heute aus allen Nähten: In Hamburg, Berlin, Frankfurt und vielen anderen Orten gehen heute afghanische und iranische Frauen auf die Straße und schreien ihren Zorn in den Winterhimmel. Sie tun dies in Solidarität, beziehungsweise stellvertretend für die Frauen in ihren Heimatländern. Klar, es ist heute ein besonders grauer und ungemütlicher Tag, um in der Fußgängerzone zu demonstrieren oder eine Mahnwache vor einem öffentlichen Gebäude zu organisieren. Aber was sind kalte Füße und klamme Hände im Vergleich zu dem, was in Afghanistan und im Iran passiert?

Auf nach Brüssel!

Aus verschiedenen deutschen Städten haben sich afghanische Frauenaktivistinnen auf den Weg gemacht: Sie wollen ihren Protest nach Brüssel tragen. „Wir wollen, dass die Stimme der Afghaninnen gehört wird!“, erklärt Petuni Taishman, eine der Organisatorinnen im Gespräch mit Sona Sahar aus der Frankfurter Amal-Redaktion. Angesichts der vielen anderen Katastrophen habe sich die Aufmerksamkeit der Politik und der Medien verlagert. „Das ist natürlich verständlich, aber die Lage in Afghanistan ist so, dass wir dringend Hilfe und Unterstützung brauchen. Ihr dürft die Frauen dort nicht vergessen!“, sagt sie.

Auf unseren Dari/Farsi Seiten in Berlin, Hamburg und Frankfurt finden Sie heute weitere Artikel zum Frauentag und zur Sichtweise der afghanischen und iranischen Frauen.

Mit Biowaffen gegen Mädchenbildung

Die besondere Geschichte

Mit Herrn Karimi auf der Busspur durch Hamburg

Angefangen hat es mit einer kurzen Nachricht, die Amal-Redakteur Jalal Hussaini vor Wochen auf unserer afghanischen Fachebook-Seite postete. Es ging einmal wieder um Gewalt gegen Busfahrer. Betrunkene Jugendliche hatten im Bus randaliert. Auf Facebook gab es darüber eine Diskussion und unter denen, die sich da zu Wort meldeten, war auch Ahmad Karimi. Er schrieb: „Das ist mir auch schon passiert!“. Das wollte Jalal Hussaini genauer wissen und er nahm Kontakt zu ihm auf. Herr Karimi, Familienvater aus Afghanistan, der schon seit 30 Jahren in Deutschland lebt und seit fünf Jahren einen Bus durch Hamburg lenkt, lud Jalal Hussaini sofort zum Interview ein und hätte ihn auch schon zur nächsten Schicht mitgenommen. Die Pressestelle der Hochbahn jedoch, meldete Bedenken an: Grundsätzlich sei man sehr an Berichterstattung interessiert, schließlich werden händeringend neue Busfahrer gesucht. Doch der geplante Drehtag fiel ausgerechnet in die Woche, in der der ÖPNV von den Gewerkschaften bestreikt wurde. Das hätte vielleicht zu Missverständnissen führen können. So dauerte es noch eine Woche länger; dann endlich konnte Jalal Hussaini Ahmad Karimi auf einer Busschicht durch Hamburg begleiten. Unterwegs sprachen sie darüber, wie es ist, mit einem so großen Fahrzeug durch die Stadt zu gleiten, was man macht, wenn Fahrgäste aggressiv werden und welche anderen Herausforderungen es gibt. Hier geht es zum Video:

Video von Jalal Hussaini
Bilder: Privat, Sona Sahar, Social Media, Jalal Hussaini

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