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Amal und das Superwahljahr 2024

Viele unserer Leser:innen schauen mit Sorge darauf, was das sogenannte Superwahljahr bringen wird und natürlich ist das ein Thema für uns. In gleich mehrfacher Hinsicht:

Unsere Leser:innen sind eines der großen Wahlkampfthemen. Sie werden als Gefahr, Bedrohung, als Problem dargestellt. Das macht etwas mit ihnen und spätestens seit der Remigrationsenthüllungen, machen sich viele Sorgen über ihre Zukunft in Deutschland. Um den Überblick zu behalten und nicht in Panik zu verfallen, hilft verlässlicher, gut verständlicher Journalismus. Hierbei geht es uns auch darum, Menschen eine Stimme zu geben und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.  Schließlich lautet das Amal Motto: “Nur wer weiß, was passiert, kann sich beteiligen und mitreden”.

Ganz besonders gilt dies natürlich für die vielen Neuwähler:innen: Viele, der 2014/15 nach Deutschland geflohenen Syrer:innen und Afghan:innen haben inzwischen den deutschen Pass und dürfen dieses Jahr zum ersten Mal wählen. Inzwischen haben knapp 9 der 60 Millionen Wahlberechtigten Migrationsbiografien.

Forschungen zeigen, dass Menschen mit Migrationshintergrund eher seltener zur Wahl gehen. Wir wissen zudem, dass manche unserer Leser:innen zu populistischen Parteien tendieren. So gibt es beispielsweise manche unserer afghanischen Leser:innen, die Berichte zu Themen rund um Sicherheitsfragen, Canabis-Konsum und Homosexualität mit scharfen Positionen kommentieren, die an extrem rechte Wahlkampfparolen erinnern. Kurz gesagt: Hier gibt es etwas zu tun.

Wir haben uns das Ziel gesetzt, unsere Leser:innen zu motivieren zu Wahl zu gehen und ihnen die Informationen zu liefern, die zu einer Wahlentscheidung gebraucht werden. Dabei halten wir uns an unsere Prinzipien: Wir wollen niemanden belehren, was sie wählen sollen. Wir plädieren nur dafür, die eigenen Interessen zu erkennen und dann zu entscheiden, was die passende Partei ist.

Unser (kleiner) Beitrag zur Versachlichung der Wahlkampfdebatte

Wir bringen eine Perspektive in die Wahlkampfdebatte ein, die bislang fehlt. Die der Geflüchteten. Unser Ziel für die nächsten Monate: Wir wollen, dass unsere Reportagen und Kommentare, unser Blick auf den Alltag der Neuangekommenen hier in Deutschland einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich wird. Dafür brauchen wir Sie. Schreiben Sie uns, wenn Sie in ihrem Medium Interesse an einem solchen Perspektivwechsel haben. Wir übersetzen gerne unsere regulären Amal-Artikel oder nehmen auch spezifische Aufträge an, wenn Sie ein besonderes Thema interessiert. Wie wäre es mit einem Kommentar zum ukrainischen Männer Dilemma oder eine Reportage aus dem syrischen Großstadt-Leben in Berlin, geschrieben jeweils von einer/m Autor:in, die selbst aus der Community stammt. Es wäre doch schön, wenn wir so gemeinsam dazu beitragen können, die Wahlkampfdebatten 2024 zu versachlichen; auch wenn es nur ein kleiner Beitrag ist.