illustrations: Noah Ibrahim

Farwa, CORONA und ich

Es gibt viele Arten, über CORONA zu berichten, Leser*innen über Präventionsmaßnahmen aufzuklären und auf die Risiken hinzuweisen. Neben einem Interview mit dem Berliner Amtsarzt Patrick Larscheid haben wir diese Woche einmal ein neues Format probiert: Storytelling vom Feinsten. AbdolRahman Omaren hat die Geschichte eines jungen Mannes aus Syrien aufgeschrieben, der in einer Berliner Autowerkstatt arbeitet und dort von einem unvorsichtigen Kunden angesteckt wird. Er wird krank, sehr krank und beschreibt das im Detail. Von Zeit zu Zeit kommt seine Verlobte oder ein Freund vorbei, um Essen zu bringen und ihn ein bisschen zu unterhalten. Im Grunde ist er aber auf sich gestellt. Zum Glück hat er seine Katze Farwa, die ihm in den Fiebertagen Beistand leistet.

AbdolRahman Omaren ist ein Meister der feinen Beobachtung und des arabischen Sprachwitzes. Sein Text ist ein Genuss zu lesen und eines ist klar, CORONA will man wirklich nicht bekommen, zumindest nicht ohne Farwa. Hier geht es zu seinem Artikel auf Arabisch.

Warum sind so viele Patienten mit Migrationshintergrund auf der Intensivstation?

Es ist sehr aktueller, fast schon brisanter Text. Es ist unsere Antwort auf den Beitrag der Bild-Zeitung, der in dieser Woche für Aufregung sorgte. Darin ging es um die Behauptung, dass ein Großteil der Patienten auf den Intensivstationen deutscher Krankenhäuser Migrationshintergrund habe. Wir sind diesem Thema natürlich nachgegangen und tatsächlich gibt es auch ernstzunehmende Studien, nach denen die Wahrscheinlichkeit an CORONA zu erkranken in bestimmten Bevölkerungsgruppen höher ist als in anderen. Allerdings ist ganz offensichtlich nicht die ethnische Herkunft, sondern vielmehr Wohnsituation, Beruf und Einkommen entscheidend, wie groß das Ansteckungsrisiko ist. Anders gesagt, für den 26jährigen Hussaam, um den es im Artikel von AbdolRahman Omaren geht, ist es viel wahrscheinlicher, sich bei einem rücksichslosen Kunden in der überfüllten Schrauberwerkstatt anzustecken als etwa für einen Journalisten im Homeoffice, der Berichte über CORONA-sorglose Migrant*innen in Intensivstationen schreibt. Hier geht es zum Bericht von Samer Masouh zu diesem Thema.

Macht Impfen unfruchtbar?

Im letzten Newsletter haben wir schon angekündigt: Wir haben diese Woche ein Interview mit Amtsarzt Patrick Larscheid gepostet. Klar und in einfachen Worten werden hier die wichtigsten Fragen rund um das Thema Impfen abgehandelt. Falls Sie möchten, können Sie es gerne an Freund*innen und Bekannte weiterleiten. Einfacher kann man sich nicht über dieses Thema informieren. Und, natürlich, es werden auch die heiklen Fragen wie Unfruchtbarkeit und die Frage, warum der Impfstoff AstaZeneca so unbeliebt ist, gestellt.

Was ist Heimat?

Ist Hamburg Heimat oder doch eher das Heimatland? Welches Heimatland überhaupt? Meines? Deines? Das meiner Eltern? Braucht man das? Die Frage der Herkunft und der Zugehörigkeit ist kompliziert und je länger die Migration zurückliegt, desto schwieriger wird es die obenstehenden Fragen zu beantworten. Ali Hassanpour hat sich auf die Suche nach Antworten gemacht. Hier geht es zu seinem Artikel auf Persisch.
Wir empfehlen hier auch gerne noch einmal den Artikel von Maryam Mardani. Er ist in der Tagesspiegel Sonderausgabe zum Internationalen Frauentag erschienen und behandelt die Frage, wann einen die Grenzen (im Kopf) der alten Heimat auch in der neuen Heimat einschränken.

Fotos: Nouh Ibrahim, Amloud Alamir, Ahmad Kalaji, Anas Khabir

Amal, Hamburg! berichtet auf Arabisch und Farsi/Dari über alles, was in Hamburg wichtig ist. Gerne übersetzen wir einzelne Artikel auch ins Deutsche und stellen sie Redaktionen gegen Honorar zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich per Mail an:
info(at)amalhamburg.de