Foto: Amal Hamburg
21/01/2021

Versucht bloß nicht, uns etwas aufzuschwatzen…

“Ich freue mich, dass ich in einem Land lebe, in dem auch Geflüchtete das Recht auf gute medizinische Versorgung haben”, so Fouroughzan Ahmadi aus Afghanistan: “Es bleibt uns nichts anderes übrig, als daran zu glauben, dass der Impfstoff, der jetzt verabreicht wird, hilft und sicher ist. Natürlich lasse ich mich impfen, sobald es geht!”, fügt sie dann noch hinzu. Die alleinerziehende Mutter, die erst kürzlich nach Hamburg kam, ist eine von vielen Geflüchteten, mit denen wir in der vergangenen Woche über das Thema Impfen gesprochen haben. Diese Woche berichtet Amal ausführlich über die Diskussion rund um die CORONA-Impfung unter Geflüchteten.

Dabei ist herausgekommen, dass die Mehrheit in der arabischen, iranischen und afghanischen Community sich möglichst schnell impfen lassen will. Es gibt aber auch viele Fragen, Bedenken und eine gehörige Portion Misstrauen. Kann der Impfstoff wirklich wirken, wenn er nur so kurz getestet wurde? Welches sind seine Nebenwirkungen? Kann man die überhaupt jetzt schon absehen? Viele fühlen sich nicht ausreichend informiert.

Diesen Auftrag haben wir angenommen und versuchen Abhilfe zu schaffen: So haben wir diese Fragen der angesehenen syrischen Virologin Mona Kial gestellt.Sie erklärt leicht verständlich und zugleich umfassend und glaubwürdig, dass der Impfstoff gut getestet und von unabhängigen Wissenschaftler*innen und Expert*innen für sicher befunden wurde. Mona Kial ist derzeit ständig im arabischen TV zu sehen. Sie ist eine Art Christian Drosten auf Arabisch.

Auf der anderen Seite des Stacheldrahtes

Lockdown und kein Ende? Natürlich, unsere Situation ist schwierig und die CORONA-Krise bringt uns alle an Grenzen. Aber was ist mit den Menschen, die ganz real an unsere Grenzen kommen? Die Bilder aus Bosnien sind erschreckend und erfordern von den Betrachter*innen ein dickes Fell. Wie sonst soll man aushalten, dass Menschen auf dem Weg nach Europa so viel Leid ertragen müssen? Khalid Alaboud und Aora Helmzadeh haben ihre Gedanke dazu in Kommentaren aufgeschrieben. Sie sind lesenswert und eignen sich gut, um auch in deutschsprachigen Medien zu erscheinen. Hätten Sie Interesse? Dann übersetzen wir die Texte gerne und stellen sie gegen Honorar zur Verfügung. Hier geht es zum Text auf Arabisch.

Was wird aus den syrischen Wehrdienstverweigerern?

Deserteure, Drückeberger, Helden des Widerstands? Im November hat der Europäische Gerichtshof ein Grundsatzurteil erlassen: Kriegsdienstverweigerung in Syrien ist Asylgrund. Die Regierung in Syien sehe Kriegsdienstverweigerer als Feinde an und verfolge sie, so die Begründung. Was bedeutet das Urteil für die vielen Verweigerer, die in Deutschland Zuflucht gefunden haben? Viele haben bislang subsidären Schutz. Lässt sich dies in Asyl umwandeln? Samer Masouh hat dazu mit dem syrischen Anwalt Omar Saal gesprochen.

Fotos: Wir Packen an e.V., Anas Khabir, Nilab Langer

Amal berichtet auf Arabisch und Farsi/Dari über alles, was in Berlin, Hamburg und ganz Deutschland wichtig ist. Gerne übersetzen wir einzelne Artikel auch ins Deutsche und stellen sie Redaktionen gegen Honorar zur Verfügung.

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