9. Juli 2020

Wir sind eure Bühne!

Langsam geht das Leben wieder los, aber bis wir wieder in Konzerte und zu Diskussionsveranstaltungen mit echten Menschen gehen können, wird es wohl noch ein bisschen dauern. Amal startet daher eine neue Auflage des Salon, Amal! Jeden Donnerstag um 19 Uhr stellen wir Künstlern und Künstlerinnen unsere Bühne, unser Studio oder auch einfach nur unser Facebook zur Verfügung und bezahlen für den Auftritt ein kleines Honorar.

In der vergangenen Woche hatten wir den syrischen Schriftsteller Rahim Hassawi im Studio. Er hat aus seinem Buch gelesen und diskutierte anschließend mit Anas Khabir über grundlegende Fragen wie das Verrücksein, das Verliebtsein und was der Sinn des Lebens im Exil ist. Interessant, lustig, aber leider nur für Menschen zu verstehen, die Arabisch können. Diese Woche gibt es ein Event für alle:

 

Die Oriental Band aus Hamburg kennt keine Sprach- oder sonstigen irdischen Grenzen.

Die Band wurde 2015 von Ziad Khawam aus Syrien gegründet. Zwanzig Musiker stehen zusammen auf der Bühnen. Sie spielen arabische Folklore, Sufi-Songs und sie werden besonders dafür gefeiert, dass sie die Tradition der Alsamah und Mouloula Tänze am Leben erhalten.

Wir freuen uns, dass wir mit Unterstützung von Google einen kleinen Beitrag leisten können, die arabische, afghanische und iranische Kulturszene durch die Krise zu helfen. Machen Sie mit!

 

Donnerstag 19 Uhr
bei Amal, Berlin! und Amal, Hamburg!

Gebroche Herzen 1

Mit dem Broken-Heart-Syndrom ist nicht zu spaßen. Jedes Jahr sterben Hunderttausende in Deutschland an Herzinfarkt und nicht selten ist es eine psychische Krise, die dem medizinischen Notstand vorausgeht. Betroffen können auch ganz junge, gesunde Menschen sein. So beschreibt Herzspezialist Riad Kassar im Interview mit Amal, Berlin! den Fall eines 17jährigen, der von seiner Freundin verlassen wurde und im wahrsten Sinne des Wortes am gebrochenen Herzen gestorben ist.
Stress, Angst und Depression sind unter neuangekommenen Geflüchteten weit verbreitet. Immer wieder berichten wir über psychische Probleme und was die Betroffenen tun können, um sich selbst zu helfen. Hier geht es zum Video von Anas Khabir.

Gebrochene Herzen 2

tatsächlich gibt es viele Gründe, weshalb Menschen derzeit unter gebrochenen Herzen leiden. In vielen Fällen sind es existenzielle Gründe. Wir berichten ausführlich von den Beratungen der EU-Innenminister und ihrer (vergeblichen) Suche nach einer Lösung für die Seenotrettung. Ebenso existenziell sind die Sorgen der jungen Syrer, die Abbas Deiri für seine Reportage über Arbeitsplatzverlust durch CORONA getroffen hat. Es werden derzeit oft Statistiken veröffentlicht, welche Auswirkungen die Krise auf die Wirtschaft hat. Doch was bedeutet der Lockdown für Leute, die bei MacDonalds in der Küche schuften? Gibt es für sie einen Plan B? Hier geht es zur Reportage auf Arabisch.

Gebrochene Herzen 3

Wohnungsnot ist auch ein Thema, dass Stress bereiten kann. Amloud Alamir hat eine Familie besucht, die im Strudel der Wohnungssuche gefangen ist. Trotz viele Anstrengungen schaffen sie es nicht, eine Wohnung zu finden, dass sie endlich die beengten Verhältnisse des Flüchtlingsheims verlassen können. Hier geht es zum Video.

Gebrochene Herzen 4

Rassismus nagt an der Seele. Anas Khabir hat sich auf einer der Black-Lifes-Matter-Demonstrationen umgehört und stellt die Bewegung vor. Was wollen sie? Wie sehen sie die Situation in Deutschland im Vergleich zu den USA? Was ist ihr Ziel? Hier geht es zu seinem Video.

Raqqa am Rhein

Es wäre falsch, alle Beiträge, die wir in der vergangenen Woche auf unseren Seiten veröffentlich haben, unter den Titel der gebrochenen Herzen zu zwängen. Wir haben auch optimistischere Geschichten und Interviews. Zum Beispiel mit dem syrischen Schriftsteller Jabbar Abdullah, der gerade einen Roman geschrieben hat. Er ist ein Flussmensch und sieht erstaunliche Parallelen zwischen seiner alten Heimat Raqqa am Euphrat und seiner neuen Heimat Köln am Rhein. Khalid Alaboud schreibt auf Arabisch über ein deutsches Buch. Hier geht es zu seinem Text.