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8. April 2020

Ein Jahr Amal, Hamburg!

unsere kleine Schwester Amal, Hamburg! wird an diesem Freitag ein Jahr alt. Ist das nicht schön? Endlich einmal eine gute Nachricht! Nilab Langar, Omid Rezaee, Abbas Al Deiri, Mutaz Enjila und Praktikant Jalil Hussaini können zwar nicht so feiern wie geplant. Sie können weder die Kollegen und Kolleginnen vom Hamburger Abendblatt zum Geburtstagsempfang einladen noch eine Party mit unseren Lesern und Leserinnen feiern, wie es angemessen wäre. Auch der Redaktionsabend mit Conny und Julia Gerlach in einem iranischen Restaurant fällt aus. Doch immerhin gibt es ein gemeinsames Kaffeetrinken. Naja, was heutzutage so als gemeinsam bezeichnet wird. Geplant ist, dass alle gleichzeitig bei sich zu Hause Kaffeetrinken und die gleichen Kekse aus der Bäckerei Idlib (sic! ja, es gibt auch noch andere Krisen ausser CORONA) essen. Per Videoschalte können sie sich dabei zumindest zulächeln und ein bisschen unterhalten. Grund zu feiern haben sie, schließlich haben sie viel erreicht in diesem letzten Jahr. Hier geht es zu einem Artikel, den alle zusammen geschrieben haben. Wie hat alles angefangen? Wie läuft die Arbeit? und was hat CORONA für sie verändert. Er erscheint auch im Hamburger Abendblatt und auf der Seite der Körber-Stiftung.

Eine positive Seite hat das kontaktlose Feiern übrigens: Es gibt keinen Streit um die leckeren Pistazienkekse.

Hier geht es zu einem Artikel, der auf Spiegel Online über unsere Arbeit erschienen ist.

Danke!

Der erste Geburtstag von Amal, Hamburg! ist eine gute Gelegenheit, Danke zu sagen. Danke an das Hamburger Abendblatt und die ganze Redaktion dafür, dass wir bei Euch so gut aufgenommen wurden und einen so schönen Platz zum Arbeiten haben. Danke an die Evangelische Journalistenschule! Danke an die Förderer von der Evangelischen Kirche in Deutschland, dem Gemeinschaftswerk der evangelischen Publizistik, der Körber-Stiftung, der Schöpflin Stiftung und Stiftung Mercator. Danke, dass wir machen können, was wir machen! Wir feiern aber nicht nur. Hinter uns liegt auch eine aufregende Krisenwoche.

Die Nachricht der Woche

Die Geschichte, die in der vergangenen Woche die meisten Kommentare und die meisten Klicks bekommen hat, handelt von einem Experiment. Einem gescheiterten Experiment, sollte man vielleicht dazusagen. Da für viele Gläubige die CORONA-Zeit ja bedeutet, dass sie keine Gottesdienste und Gebete besuchen können, hatten sich die Vertreter zweier Gemeinden in Neukölln etwas ausgedacht. Am Freitag wollten sie gleichzeitig Kirchenglocken läuten und den muslimischen Gebetsruf aus dem Lautsprecher der Moschee ertönen lassen, um die Gläubigen zumindest aus der Ferne zu trösten. Die Sensation dabei: Es war das allererste Mal, dass in Berlin ein muslimischer Gebetsruf ganz offiziell und über Lautsprecher zu hören war. Kein Wunder, dass sich viele Menschen vor der Moschee versammelten, um sich die Sensation aus der Nähe anzuhören und zu filmen. Genau deswegen ließ die Polizei das Experiment abbrechen. In den Zeiten von CORONA sind solche Versammlungen (vergleiche Video oben) nicht zu verantworten. Während in den deutschsprachigen Medien daraufhin die alte Diskussion aufgewärmt wurde, ob und wie die Moschee mit radikalen Gruppen in Verbindung steht, konzentrierte sich die Diskussion auf unserer Facebook-Seite darauf, dass es doch schön ist, dass der Ruf zumindest einmal zu hören war. Die Meinungen waren geteilt, ob die Gesundheit nun besser geschützt sei, wenn die Menschen zu hause blieben oder Gott im Gebet um Hilfe anriefen oder alles beides.

Ich habe mich angesteckt!

Es ist die Geschichte von Osama aus Syrien. Er ist Angestellter in einem Hotel in Berlin und berichtet davon, wie er sich mit CORONA infizierte, schwer krank wurde, seine Kinder ansteckte und nun wieder gesund ist. Mutaz Enjila hat mit ihm gesprochen. Am Ende sagt Osama: “Es war schwer für mich, weil ich hier in Deutschland neu bin. Zugleich bin ich so froh, dass wir hier weit weg von allen sind: Wären meine Eltern und Verwandte in der Nähe, sie hätten mich ganz bestimmt besucht und sicher auch angesteckt!”. Hier geht es zum Artikel auf Arabisch.

Helden des Alltags

Marwat hat viel zu tragen. Er ist einer von denen, die heranschleppen, was die Menschen im Internet einkaufen, während sie auf dem Sofa sitzen. Er kommt aus Afghanistan und arbeitet bei DHL. Statt wie sonst zu Stoßzeiten 120 bis 180 Pakete, liefert er derzeit 180-300 Sendungen jeden Tag aus. Klar, hat er Angst, dass er sich dabei ansteckt, aber er ist auch stolz auf sich: “Ich denke, wir müssen in diesen schwierigen Zeiten alle unseren Beitrag leisten!”, sagt er. Hier geht es zum Beitrag von Nilab Langar.

 

Gewalt gegen Frauen und Mädchen nimmt zu

Quarantäne klingt nach Qual und für viele Frauen und Mädchen ist sie es auch. Stress, Frust und Enge lassen die Nerven blank liegen und sie können ihren Peinigern nicht entkommen. Amloud Alamir und Maryam Mardani haben mit Expertinnen zu dem Thema gesprochen und geben praktische Tipps: Wohin können sich Betroffene wenden? Wie können sich Frauen schützen. Hier geht es zum Video auf Farsi und hier zum Text auf Arabisch.

Bitte kauft nicht so viel! Fröhliche Ostern!

Mit diesem Satz endet der Beitrag von Samer Massouh. Es geht darin um die Angst der Geschäftsleute, dass es zum Wochenende zu großem Gedränge in den Supermärkten kommen könnte.

In diesem Sinne, wünschen wir allen ein paar freundliche Feiertage, gute Gespräche und ein paar Sonnenstrahlen auf die Nase. Bleiben Sie gesund und freuen Sie sich mit uns über ein Jahr Amal, Hamburg!

Fotos: Jann Wilcken, Ahmad Kalaji, Thomas Lohnes (EPD), Amloud Alamir

 

Amal, Berlin! berichtet auf Arabisch und Farsi/Dari über alles, was in Berlin wichtig ist. Gerne übersetzen wir einzelne Artikel auch ins Deutsche und stellen sie Redaktionen gegen Honorar zur Verfügung.

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