Das Bundesinnenministerium hat vor drei Wochen bekanntgegeben, dass bei Integrationskursen massiv gekürzt werden soll. Rund ein Drittel der derzeit Berechtigten muss in Zukunft den Integrationskurs und damit auch die ersten Sprachkurse selbst bezahlen.
Betroffen sind vor allem Geflüchtete aus der Ukraine und Migrant:innen aus anderen EU-Staaten. Ausnahme: Wer noch keinen Job hat und Leistungen vom Jobcenter bekommt, kann den Kurs auf diesem Wege beantragen. „Das ist doch absurd“, so die spontane Reaktion einer Kollegin aus der ukrainischen Amal-Reaktion: „Viele Ukrainerinnen, die nach Deutschland kommen, wollen unbedingt sofort arbeiten und sind deswegen bereit, auch unter ihrer Qualifikation und zu schlechten Bedingungen zu arbeiten. Sie verdienen nur wenig mehr als die Sozialleistungen. Mit der neuen Regelung werden sich sicherlich einige dazu entscheiden, lieber nicht zu arbeiten und dafür auf Kosten des Jobcenters Deutsch zu lernen, um dann später bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben“.
Katarina Niewiedzial die Beauftragte des Berliner Senats für Partizipation, Integration und Migration spricht sogar von einem „Schuss ins eigene Knie“ der deutschen Integrationspolitik. Hier geht es zum Interview, das Amal-Redakteur Dawod Adil mit ihr geführt hat.
