Image by Hans Braxmeier from Pixabay
06/10/2020

Warum ist es so schwer, mit den deutschen Freundschaft zu schließen

Gute Pressefotos von Konferenzen zu machen, war schon immer eine Herausforderung. Da kann das Thema noch so interessant sein, auf den Fotos sehen die Veranstaltungen immer gleich und langweilig aus: Menschen sitzen auf Podien beleuchtet vom fahlen Licht der Powerpointprojektoren. Dazu Blumengesteck und Rollup-Logo. CORONA hat diese Situation nicht verbessert, wie unser Titelbild diese Woche deutlich zeigt.

Dabei war es eine wirklich interessante Tagung, die Anfang der Woche von der Friedrich-Ebert-Stiftung organisiert wurde: Unter dem Titel Zusammenfinden# zogen Experten und Expertinnen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft Bilanz: Wie funktionniert das Zusammenleben in Deutschland fünf Jahre nach 2015? Haben wir es geschafft? Unsere Amal-Kolleginnen Amloud Alamir und Maryam Mardani beim Abschlussplenum dabei:

“Mir ist es wichtig, dass wir aufhören von Geflüchteten und Deutschen zu sprechen – so kommen wir nie zu einem Zusammenleben auf Augenhöhe”, sagt Amloud Alamir. Maryam Mardani merkt an: “Integration ist mehr als das, was man von außen sehen kann, mehr als die Beziehungen zwischen den Einzelnen und der Gesellschaft. Integration ist auch etwas, was im Inneren der Menschen stattfindet. Ich glaube im Inneren passiert im Moment sehr viel”.

Zusammenfinden

Was bringt viele Neuangekommene in Deutschland zum Verzweifeln? Die Sprache? Die Arbeitssuche? Die Lage auf dem Wohnungsmarkt? Nee, im Vergleich ist das alles easy! Das Schwerste ist oft das, was ganz einfach erscheint: Freunde finden! Gemeint sind hier Freunde, nicht Bekannte und auch nicht Leute, die sich als Helfende verstehen. Deutschland gehört Umfragen zufolge zu den schwierigsten Ländern, wenn es darum geht, Freunde zu finden. Was läßt sich dagegen tun? Unsere Praktikantin Manal Ismael hat Tipps und Tricks zusammengetragen: So kann es am unterschiedlichen Verständnis von Freundschaft liegen. Für viele Deutsche sei es normal, was Neuenagekommene aus der arabischen Welt für demonstratives Desinteresse halten: Dass man sich etwa wochenlang im voraus verabreden muss. Auch wollen viele sich nur ein paar Stunden treffen und nicht gleich einen ganzen Nachmittag miteinander verbringen. Ein Artikel voller praktischer Anregungen. So kann die innere Integration besser gelingen. Hier geht es zum Text auf Arabisch.

Zusammen Schnuffel suchen

Seit Monaten produzieren Ahmad Kalaji und AbdolRahman Omaren das wöchentliche Nachrichtenformat Schu Al Sira – Was ist die Story? Es geht darin um Soft News. Verlorene Stofftiere (Schnuffel), missglückte Polizeirazzien und andere ulkige Randnotizen. Warum veröffentlichen wir so etwas? Weil es wichtig ist, zu wissen, was die Menschen beschäftigt, um dieses Land zu verstehen. Hier geht es zur neuesten Ausgabe.

Zusammen leben

Noorullah Rahmani hat den Zustand der Einheit in Deutschland unter die Lupe genommen und erinnert noch einmal an die Ereignisse, die der Vereinigung von DDR und BRD vorausgingen. Hier geht es zu seinem Text auf Farsi/Dari.

Zusammen tanzen

Zum Schluss möchten wir Ihnen noch ein besonders schönes Video empfehlen: Unser Kollege Dawod Adil hat die Harakeh Dance Company bei ihren Proben besucht. So elegant, so skurril und so schön kann Integration auch sein.

Video von Dawod Adil