Muta Enjila
9. September 2020

Auf die Bühne, Mädels!

Okay, das Titelfoto von Mutaz Enjila ist natürlich aus dem letzten Jahr. Kann sich noch jemand erinnern? Das war damals, als es noch Straßenfeste und Rummelplätze gab. Das Bild passt aber auch zu unserem Thema diese Woche: Es gibt etwas zu feiern! Am 15.9. ist Tag der Demokratie. Aus diesem Anlass haben wir uns Gedanken gemacht, was Demokratie ausmacht und wodurch sie gefährdet wird. Vergessen Sie Verfassungsschutzberichte und Grundgesetzprämabel: Hier geht es ums echte Leben. Zum Beispiel um eine Frage, die sich Aora Helmzadeh oft stellt: Warum lassen sich viele geflüchtete Mädchen so viel von ihren Vätern vorschreiben? Warum kämpfen sie nicht mehr für ihre Freiheit. Aora Helmzadeh arbeitet in einem Theaterprojekt mit und stößt immer wieder auf Mädchen, die sich scheinbar selber ins Abseits stellen, nicht auf Fotos dürfen, Rollen ablehnen. Aora Helmzadeh hat zugehört und erzählt eindringlich über Freiheit im Käfig.

Spannend ist auch die Betrachtung von AbdolRahman Omaren: Wie können wir von Demokratie sprechen, wenn nur eine Minderheit – nämlich die US-Bürger – den Mann wählen, von dem alles abhängt, fragt er. “Gebt mir eine Stimme. Ich will am 3.11. mitwählen!”, so seine Forderung. Sie kennen ja die Texte von Abdolrahman Omaren, oder? Dann wissen Sie Bescheid. Er ist bekannt für seinen überkandidelten Sarkasmus.

Und, neugierig geworden? Dann lesen Sie diese Texte und noch viele weitere am kommenden Dienstag im Tagesspiegel oder am gleichen Tag auf unserer deutschen Webseite.

Die Sonderseite zum Tag der Demokratie ist ein Gemeinschaftsprojekt von Amal, dem Tagesspiegel und der Körber-Stiftung. Die derzeit auch eine interessante Veranstaltungsreihe zum Thema Exil im Programm hat. Details gibt es hier:

Falls Sie für ihre eigene Redaktion noch einen Kommentar zum Tag der Demokratie gebrauchen können, melden Sie sich. Wir haben dann noch ein paar hübsche Ideen, die wir gerne für Sie umsetzen.

Bücherwurm auf Futtersuche

Vor fünf Jahren kamen Sally Aswany und Ihr Mann Mohammad Al Hammouch mit ihren Kindern nach Deutschland.Sie fanden sich schnell zurecht, lebten sich ein, doch dann passierte es: Sie hatten alle Bücher ausgelesen, die sie mitgebracht hatten und auch die ihrer syrischen Freunde und Bekannten hatten sie bald durch. “Wir mussten schockiert feststellen, dass es in Deutschland sehr schwer ist, gute arabischsprachige Bücher zu finden!”, so Sally Aswany. Für leidenschaftliche Bücherwürmer ist das eine Katastrophe und so begannen sie einen eigenen Versanhandel für arabische Literatur aufzubauen. Abbas Al Deiri hat mit den beiden gesprochen. Hier geht es zu seinem Artikel aus Arabisch.

Da haben wir Tische herausgestellt und alle Nachbarn eingeladen

Wenn Sie in Berlin leben, dann ahnen Sie wahrscheinlich schon, um welches Projekt mit Fluchthintergrund es jetzt geht: Die Ulme 35. Unser Reporter Dawod Adil war beim Nachbarschaftsfest in den Interkulturanstalten in der Ulmenallee 35 dabei. Hier sein Video-Bericht.

Seawatch 4 – We follow you

Die Nachrichtenlage dieser Tage ist oft ziemlich trübe, finden wir: Ständig berichten wir über Heime, in denen Quarantäne verhängt wird, CORONA-Demos und Menschen, die Angst vor Abschiebung haben. Zum Glück gibt es die Seawatch 4, die für viele gute Nachrichten sorgt. Natürlich verfolgt die Amal-Nachrichtenschricht ganz genau, was dort passiert. Ist es nicht toll, dass es der Evangelische Kirche gelungen ist, gemeinsam mit einem breiten gesellschaftlichen Bündnis dieses Projekt vom Stapel zu lassen? Zu unserem täglichen Nachrichtenstream kommen sie über unsere Webseiten Amal, Berlin! und Amal, Hamburg! und natürlich über Facebook und Instagram

 

Amal, Berlin! berichtet auf Arabisch und Farsi/Dari über alles, was in Berlin wichtig ist. Gerne übersetzen wir einzelne Artikel auch ins Deutsche und stellen sie Redaktionen gegen Honorar zur Verfügung.

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Fotos/Illustration: Mohammad Rashed Hammoush, Mutaz Enjila, Dawod Adil, Thomas Lohnes