┬ę Foto: Ahmad Kalaji

Think Pink! Think Amal! ­čÉ×

Dieser Newsletter ist der erste einer neuen Zeit, so f├╝hlt es sich zumindest an, wenn man sich umschaut. Menschen sitzen im Caf├ę, bald machen die Schwimmb├Ąder auf und das bei sommer├Ąhnlichen Temperaturen. Das Bild, das Ahmad Kalaji in Neuk├Âlln gemacht hat, sieht fast aus wie ein Kinoplakat: “Willkommen im Leben danach!” oder “Wir ├ťberlebenden” k├Ânnte der Film dazu hei├čen. Hoffen wir einmal, dass die Besetzung gut ist. Aus Kommentaren unserer Leser*innen schlie├čen wir schon l├Ąnger, dass sie keine Lust mehr auf schlechte Nachrichten haben und eigentlich am liebsten Erfolgsstories und positive Geschichten lesen wollen. Also pr├Ąsentieren wir Ihnen in dieser Woche ausschlie├člich Happy-Hoffnungsstories.

 

 

Los geht es mit dem Erfahrungsbericht von unserem Hamburger Kollegen Jalal Hussaini. Der Familienvater beginnt seine Ich-Erz├Ąhlung in einer unangenehmen Lage, in der er sich k├╝rzlich befand. Er musste nachts auf die Toilette, traute sich aber nicht, ├╝ber den knarzenden Dielenboden zu gehen, weil er den Zorn seines misepetrigen Nachbarn f├╝rchtete. St├Ąndig klopft der Rentner gegen die Decke oder br├╝llt im Treppenhaus herum. Von Anfang an gab es unsch├Âne Szenen. Das Besondere an dem Bericht: Es bleibt nicht bei der aussichtslosen Lage “unfreundlicher Senior gegen hilflosen Newcomer”. Es gelingt ein Wandel, als Jalal Husseini anf├Ąngt, dem Nachbarn Contra zu geben. Er droht ebenfalls mit der Polizei, falls der Nachbar noch einmal den Kinderwagen im Keller versteckt. Gleiche Mittel, gleiche Sprache. Im n├Ąchsten Schritt sprechen die beiden miteinander und beginnen, Schritt f├╝r Schritt zu verstehen, dass sie sich ersteinmal aneinander gew├Âhnen m├╝ssen. Der Nachbar hat noch nie unter einer so gro├čen, lebhaften Familie gewohnt und Familie Hussaini hat noch nie so strenge Verhaltensregeln in der eigenen Wohnung auferlegt bekommen. Da kann man schon einmal zornig werden. Inzwischen gr├╝├čen sich die Nachbarn und vielleicht, so das Happy End der Geschichte: “Ist dies der Anfang einer freundschaftlichen Beziehung!”

Es gibt mehr als zwei Seiten!

Auch das Video von Dawod Adil erz├Ąhlt eine Geschichte voller Hoffnung: Die 16j├Ąhrige Narges, die vor vier Jahren mit ihren Eltern aus Afghanistan nach Deutschland geflohen ist, war mit einer Gruppe von Jugendlichen auf einer ganz besonderen Reise: Sie haben Israel und Pal├Ąstina besucht und ihre Reiseeindr├╝cke in einem Comic verarbeitet. “Es gibt mehr als zwei Seiten” hei├čt er.

Video von Dawod Adil

Hoffnung f├╝r die CORONA-Verlierer

Um aus dem Artikel von Noorullah Rahmani eine vers├Âhnliche Erfolgsgeschichte herauszulesen, muss man sich schon mehr anstrengen. Er hat mit den Verlierern der CORONA-Krise gesprochen, denen, die auf der Strecke geblieben sind, weil sie zu Anfang des ersten Lockdowns ihre Jobs verloren haben. Gerade unter jungen Afghan*innen, die noch nicht lange in Deutschland leben, gibt es viele, denen es so geht. Sie hatten Aushilfsjobs im Dienstleistungsbereich oder arbeiteten in der Gastrononmie. Als das ├Âffentliche Leben heruntergefahren wurde, waren sie die ersten, die entlassen wurden. Nicht nur das: Auch die Sprachkurse setzten aus und die Hilfsangebote und Kontaktm├Âglichkeiten in Kultur- und Jugendzentren fielen weg. Und nun haben sie die Grundlage verloren, ihre Duldung zu verl├Ąngern. Die Angst vor Abschiebung w├Ąchst zur Panik. Hier geht es zum Bericht auf Dari.

Kein Wunder, dass unserem Newsteam am Dienstag eine Nachricht ganz besonders ins Auge gefallen ist: Die Arbeitsagentur meldet einen deutlichen R├╝ckgang der Arbeitslosenzahlen. Ob von der gestiegenen Nachfrage nach Fachkr├Ąften auch die jungen Afghan*innen profitieren. mit denen Noorullah Rahmani gesprochen hat, wird sich zeigen. Immerhin tut sich da etwas.

 

Betrug am hellichten Tage!

D├╝rfen wir vorstellen: Das ist Ali Hassanpour unsere neuer Kollege! Er verst├Ąrkt die Dari/Farsi Redaktion und k├╝mmert sich darum, eine Podcast-Abteilung bei Amal aufzubauen. Diese Woche schreibt er ├╝ber etwas, was recht vielen Menschen passiert, die dringend auf der Suche nach einer Unterkunft sind und sich in Europa nicht so gut auskennen: Sie buchen eine Wohnung ├╝ber airbnb und werden abgezockt. Ali Hassanpour w├Ąre das auch beinahe passiert und er hat sich bei der Verbraucherzentrale beraten lassen, wie man sich gegen diese Art von Betrug sch├╝tzen kann. Damit es nicht wieder passiert! Hier geht es zu seinem Bericht.

Bilder f├╝rs CORONA-Album

In der Hoffnung, dass die optimistische Stimmung h├Ąlt, haben wir hier noch ein paar Bilder f├╝r Sie. Oder haben Sie etwa noch nicht begonnen, eine COROA-Andenken-Collage zu kleben oder ein Fotoalbum mit den sch├Ânsten Eindr├╝cken der Pandemie zu gestalten? Menschenleere Einkaufsstra├čen, umgedrehte Caf├ę-Haus St├╝hle? (Mit solchen Bastelarbeiten l├Ą├čt sich auch die Wartezeit bis zum Impftermin ├╝berbr├╝cken…Diese Bemerkung geh├Ârt nicht hier her, denn wir wollen ja die positive Stimmung nicht zerst├Âren) Unsere Praktikantin Masrat Zahra ist durch Hamburg gestreift und hat mit ihrem Fotoapparat den Lockdown festgehalten. Hoffen wir einmal, dass es sich hierbei um Andenken-Fotos handelt. Hier geht es zu ihrer Fotostory.

 

Fotos: Noah Ibrahim, Dawod Adil, Ahmad Kalaji, Ali Hassanpour

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