Unsere Themen

Was ist passiert?

Donnerstag 19. April 2018

Zunächst erschien es klar: Ein junger Jude wird in Berlin von einem jungen Syrer angegriffen, beleidigt und brutal geschlagen. Verständlicher Weise ist die Empörung groß. Dann bekennt das Opfer, dass er nur ein Experiment machen wollte und deswegen mit Kippa durch Berlin ging. Er sei kein Jude, sondern arabischer Israeli. Er wollte sehen, was passiert und wurde prompt angegriffen. Der mutmassliche Täter hat im Gespräch mit einem Reporter von Amal, Berlin! widersprochen: Er habe zunächst gar nicht gewußt, dass es sich um einen Juden handelte. Es sei zu einem Streit gekommen und dieser sei in arabischer Sprache ausgetragen worden. Er kündigte an, sich der Polizei zu stellen, um seine Version der Geschichte zu Protokoll zu geben. Wie war es wirklich? Es bleiben viele Fragen offen.

Hilfe für Opfer von Diskriminierung

was macht man, wenn man diskriminiert, rassistisch oder antisemitisch beleidigt wird? Amloud Alamir hat die Geschäftsführerin der Landesantidiskriminierungsstelle interviewt. Sie erklärt, welche Möglichkeiten Opfer von Diskriminierung haben, um sich zu wehren und die Beleidiger zur Rechenschaft ziehen zu lassen. Tatsächlich, so ERen Ünsal, haben viele Neuangekomme mit Diskriminierung zu kämpfen. Die LADS bietet praktische Hilfe und nimmt Beschwerden entgegen.

Erinnerung: 75 Jahre nach dem Aufstand im Warschauer Ghetto

Woher nahmen die Menschen den Mut? Mit nur einigen wenigen geschmuggelten Waffen und selbstgebauten Granaten startete der Widerstand im Warschauer Ghetto den Angriff und es gelang ihnen zunächst, die deutschen Besatzungstruppen in die Flucht zu schlagen. Die Geschichte des Aufstandes im Warschauer Ghetto ist eine Geschichte, die Mut macht. Khalid Alaboud und Negin Behkam erinnern daran. Gegenwart und Geschichte lassen sich nicht gleichsetzen, aber Wissen über die Vergangenheit kann helfen, einander zu verstehen und Toleranz zu fördern.

Wie finden Neuangekommene Arbeit?

in der Serie von Veranstaltungen “Integration im Dialog” ging es diesen Monat um das Thema Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt.

Asmaa Yousouf und Noorullah Ramani haben die Veranstaltung in Marzahn besucht und berichten.

“Nihayat Saida – Happy Endings”

Das arabische Filmfestival in Berlin ist am Mittwoch zu Ende gegangen. Amal, Berlin! berichtete ausführlich über die besten Filme und Diskussionen. Klar ist, das Festival ist gewachsen und die Auswahl der Filme politischer geworden. Unter dem Zuschauern waren in diesem Jahr viele Neuangekomme und für vielen gingen die Filme unter die Haut, weil sie Probleme und Gefühle ansprachen, die ihnen sehr vertraut und nahe sind. Unter der Kategorie Kultur finden sich alle Berichte vom Festival. Hier geht es zur Kritik des Films “Happy endings…” von Asmaa Yousouf.

Der arabische Doku-Film boomt

Das Erstaunen war groß, als 2017 der arabische Doku-Film “Die letzten Männer von Aleppo” für der Academy Award nominiert wurde. Dabei ist dies eigentlich nur das sichtbare Zeichen des derzeitigen Booms des arabischen Doku-Films insgesamt. Die aktuelle politische Situation in der arabischen Welt trägt dazu bei. Wichtig ist aber auch, dass es zunehmend gelingt, von den Regierungen  unabhängige Vertriebs- und Finanzierungswege zu entwickeln. “Wir erleben eine Entwicklung, die einzigartig ist”, so Orwa Nyrabia. Er hat 2008 das Festival Dox Box in Syrien gegründet. Jetzt lebt er in Berlin und er veranstaltete kürzlich ein Symposium in Leipzig, zu dem Filmschaffende aus vielen arabischen Ländern bzw aus dem Exil in Deutschland anreisten. Abdolrahman Omaren und Anas Khebir haben das Festival besucht.

Was würden Sie machen?

Amal, Berlin! bekommt immer häufiger Post von Leserinnen und Lesern, die verzweifelt sind. Erst kürzlich berichteten wir über eine Frau, der die Behörden nicht glauen wollten, dass sie aus Syrien stammt: Ihre Haut sei zu dunkel. Der Bericht führte dazu, dass ihr Fall nocheinmal bearbeitet wurde und nun darf sie in Deutschland bleiben. Jetzt hat Anas Khebir mit einem Mann gesprochen, der mit seiner Familie aus Syrien zunächst nach Ägypten geflohen ist und dann alleine weiter nach Deutschland gereist ist. Seit zwei Jahren wartet er darauf, dass Frau und Kinder nachkommen können, doch diese seien in Ägypten in Sicherheit. Was soll der Mann tun? Allein in Berlin leben? Nach Ägypten zurückkehren? Für seine Familie streiten? Was würden Sie tun?

Syrien und die Welt

Khalid Alaboud kommentiert die US-Militärschläge auf Syrien und die Zwickmühle, in die sie Menschen wie ihn bringen. Er freut sich, dass endlich etwas passiert und endlich die Weltgemeinschaft reagiert, doch er weiß zugleich, dass es US-Präsident Donald Trump nicht wirklich um Syrien geht: Die Konfrontation mit Russland, der neue Sex-Skandal und die Affaire Skripal spielen eine deutlich größere Rolle als das Leiden der syrischen Zivilbevölkerung. Hier geht es zum Kommentar auf Arabisch.

Amal, Berlin! stellt gerne Artikel und auch Übersetzungen der Artikel anderen Medien gegen Honorar zur Verfügung.

info@amalberlin.de

 

Foto: epd