Mai 16, 2019

Wann berichtet Ihr endlich auf Deutsch?

 

Das Team von Amal ist häufig zu Gast bei Podiumsdiskussionen, bei Kongressen oder wir halten Vorträge. Das macht Spaß und wir bekommen sehr viel positive Rückmeldung. Es gibt aber auch Kritik. Oft kommen aus dem Publikum Bemerkungen wie: “Ist ja schön, dass Amal die Neuangekommen mit Informationen versorgt und damit bei der Integration hilft, aber solltet Ihr nicht langsam mal auf Deutsch umstellen, schließlich sollen die Leute doch Deutsch lernen?”.

Darauf erwidern wir dann, dass es doch schon viele Medien in Deutschland gibt, die auf Deutsch berichten, aber außer uns kein lokales Medium aus Berlin und Hamburg auf Arabisch und Dari/Farsi die Leute auf dem Laufenden hält. Natürlich denken auch wir, dass es sich besser in Deutschland lebt, wenn man die Sprache versteht, aber Deutsch ist nun einmal ziemlich schwer und nicht allen fliegt die Sprache zu. In der Zwischenzeit versorgen wir die Menschen schon einmal mit Nachrichten, damit sie wissen, was in ihrem Umfeld passiert. Nur wer weiß, was passiert, kann sich beteiligen und mitmachen. Wer viel ausgeht, Kultur und Stadt genießt, ist dann auch besser motiviert, den Deutschkurs zu besuchen, so die Überlegung.

Es gibt aber auch noch ein anderes Argument, weshalb manche sich mehr Berichte auf Deutsch wünschen. Schließlich gibt es bei Amal, Berlin! und Amal, Hamburg! auch viele interessante Reportagen und spannende Interviews. die Amal-Reporterinnen und Reporter haben eine besondere Perspektive und einen anderen Zugang zu Themen. Dieser ist natürlich auch interessant für Menschen, die kein Arabisch oder Farsi/Dari sprechen. TDiese Woche haben wir die sehr spannende, emotionale Geschichte von Amloud Alamir im Angebot. Sie beschreibt darin, wie sie vor fünf Jahren nach Deutschland gekommen ist. Es ist die Geschichte eines Fluges in die Unsicherheit, einer Stewardess und von dem kleinen Jungen Ward.  Hier geht es zum Text.

Auf der deutschen Amal-Seite finden Sie auch unsere Amal-Videos. Die allermeisten haben deutsche Untertitel.

Es gibt aber auch in dieser Woche wieder viele spannende Themen, die noch nicht übersetzt sind. Vielleicht ist etwas für ihre Zeitung dabei, dann schreiben Sie uns. Wir kümmern und so schnell wie möglich um die Übersetzung und stellen Ihnen den Artikel auf Deutsch gegen Honorar zur Verfügung.

“Irgendwie war es auch ganz gemütlich!”

Das Containerdorf auf dem Flugfeld Tempelhof ist das wohl bekannteste Flüchtlingsheim Deutschlands. Nach nur eineinhalb Jahren sollen die Bewohner und Bewohnerinnen nun ausziehen. Wohin, ist noch ungewiss. “Es kann nur besser werden”, so ein junger Mann. Andere denken mit Wehmut an den Abschied, hatte das Dorf doch auch gute Seiten. Oranous Onib und Dawod Adil waren beim Abschiedsfest der Unterkunft. Hier geht es zum Video und zum Bericht auf Dari.

Einer von uns bei der UN

Er ist erst 27 Jahre alt und schon ganz oben. Der Ägypter Islam Al Said wurde zum Friedensbotschafter der United Peace Federation ernannt und soll sich nun bei der UN für Konfliktlösung einsetzen. Trotz seines Alters, blickt er schon auf eine aufregende Vergangenheit zurück: In Ägypten organisierte er 2012 die ersten und einzigen freien Präsidentschaftswahlen mit und er sorgte für Aufmerksamkeit durch ein kritisches Buch zu der Politik des IWF. Amloud Alamir hat ihn getroffen. Hier geht es zu ihrem Bericht auf Arabisch.

Frohen Ramadan!

Wir wünschen allen unseren fastenden Leserinnen und Lesern einen guten Start in den Ramadan. In unseren Wochendtipps finden sich Adressen und Veranstaltungshinweise, wie sich die Zeit bis zum Fastenbrechen und die Stunden danach gut verbringen lassen.

In diesem Sinne: Schönes Wochenende!

 

Foto epd Heike Lydig