Mai 8, 2019

Amal heißt Hoffnung

heute ist der Internationale Tag der Pressefreiheit. Die Karte von Reporter ohne Grenzen zeigt: Dort, wo die Kolleginnen und Kollegen von Amal herkommen, wird die Pressefreiheit mit Füßen getreten, mehr noch: Werden Journalistinnen und Journalisten mit Füßen getreten, verhaftet, gefoltert, ermordet. Syrien, Ägypten, Iran sind auf dieser Karte schwarz markiert, das heißt: “Sehr ernste Lage”. Und in Afghanistan ist die Lage nur ein ganz bisschen weniger ernst und das Land damit rot markiert, rot wie das Blut, mit dem Kolleginnen und Kollegen auch dort zum Teil für ihre Arbeit in den Medien bezahlen.

Khalid Alaboud hat heute auf Amal den Tag der Pressefreiheit kommentiert. Er erinnert an die Arbeit der Medienschaffenden in Syrien, die ständig Gefahr laufen, eine unsichtbare Linie zu überqueren – die Linie, die erwünschte Berichte von den unerwünschten trennt. Wer diese rote Linie passiert, sieht keine Sonne mehr, schreibt er. Das sei wohl der wesentlichste Grund, warum so viele Journalistinnen und Journalisten das Land verlassen haben und nun überall in der Welt verstreut leben – und auch überall in der Welt daran arbeiten, eine freie Presse zu gestalten. So wie das Team von Amal.

Gegen das Leid

„Meine Schwägerin und meine kleine Nichte wollen ein ganz normales Leben in Deutschland leben. Sie haben mir gesagt: Was wir getan haben, war falsch.“ So begründet die Hamburgerin Nadja Z., warum sie vergangene Woche eine Demo für ihre Nichte und all die anderen Kinder des IS vor dem Außenministerium in Berlin organisiert hat. Der Bruder von Nadja Z. war 2014 nach Syrien ausgereist, um für den IS zu kämpfen. Er starb kurz darauf. Seine ebenfalls aus Hamburg stammende Frau sitzt seither in einem Camp in Nordsyrien fest. „Die Frauen dort sich psychisch sehr belastet, und alle sind unterernährt“, sagt Nadja Z. Amal-Reporterin Maryam Mardani hat die Demonstranten getroffen, die auf eine Lösung zwischen den kurdischen und den deutschen Behörden drängen, um die Kinder und Frauen aus dieser schwierigen Lage zu bringen.

Gegen Einsamkeit

24 Fussball-Teams aus ganz Deutschland trafen sich in diesen Tagen zum großen Freundschaftsspiel der Afghanen in Berlin. In den Mannschaften spielten Pashtunen, Hazara und andere ethnische Gruppen zusammen. Eine Moschee half mit Unterkünften und Verpflegung. Die Organisatoren wollten ein Zeichen setzen, dass Gemeinschaft möglich ist. Das Finale gewann das Berliner Team FC Einwanderer. Ein Video von Dawod Adil zu dem Wettkampf und der Idee dahinter finden Sie hier.

Gegen Heimweh

Das Pergamon-Museum in Berlin feiert heute das Richtfest. Reporter von Amal waren beim Presserundgang dabei und brachten eine Foto-Geschichte von der Baustelle mit. Das Pergamonmuseum ist für Araber in Berlin ein besonderer Ort: Es beherbergt eins der kostbarsten Werke frühislamischer Kunst, die Mschatta-Fassade. Einst zierte sie das früh-abbasidische Wüstenschloss von Mschatta, 30 Kilometer südlich von Jordaniens Hauptstadt Amman, 1903 kam sie als Geschenk von Sultan Abdülhamid II an Kaiser Wilhelm II nach Berlin. Für so manchen ist dieser Schatz jetzt ein Stück Heimat in der Fremde.

Gegen Wehmut

Fotos fixieren Momente – machmal sogar Momente in der Geschichte eines Landes. Die Bilder von Yvonne von Schweinitz, die zwischen 1953 and 1960 mehrfach nach Syrien gereist ist, tun dies auf eine ganz besondere Weise. Ihre Schwarz-Weiß-Fotos sind derzeit in der Ausstellung „Syrien. Fragmente einer Reise, Fragmente einer Zeit“ im archäologischen Museum in Hamburg zu sehen. Sie nehmen den Betrachter mit in ein Land vor dieser Zeit, in den Alltag auf den Straßen von Syrien und in ein blühendes kulturelles Leben. In eine Zeit vor dem Krieg. Zu Stätten, die heute zerstört sind.Ahmad Alrifaee hat die Ausstellung besucht und kam fast ein bisschen wehmütig zurück von diesem Kurzausflug in die Vergangenheit. Seine Bilderstrecke kann man hier sehen.

Gegen Farblosigkeit

Acht Künstler und Kulturschaffende bekommen im nächsten Jahr ein Stipendium vom Hamburger Senat. Sie sollen dadurch den Rücken frei haben, mit voller Kraft an ihren Werke zu arbeiten. Das Programm des Senats ist mit 210.000 Euro ausgestattet. Ziel ist auch, dass Impulse aus der Arbeit der Neu-Hamburger das Leben aller in der Stadt mit prägen. Omid Rezaee hat die Pläne des Senats vorgestellt.

Gegen Vergessen

Vielleicht ist ja unter den Geförderten auch einer der ganz Großen. Einer wie Leonardo da Vinci. In dieser Woche , der in dieser Woche den 500. Todestag des Meisters. Eine Einladung, dieses großartige Werk einmal wieder zu besichtigen, bei einer der vielen Ausstellungen. Amloud Alamir stellt die wichtigsten Stationen im Leben des Meisters vor.