März 4, 2019

Ringen ums Familienleben

Vergangene Woche ging es an dieser Stelle ums Heiraten. Wir präsentieren hier noch einmal das schöne Video von Dawod Adil über die Tänzerinnen und Tänzer, die so einer Feiern so richtig festlich machen. Das Video hat deutsche Untertitel.

Kann die Familie nachziehen?

Diese Woche geht es auf Amal eher um die Schattenseiten des Themas: Um jene, die durch die Flucht von ihren Liebsten getrennt sind. Zum ersten Mal hat die Zahl der Familienzusammenführung die Obergrenze erreicht, auf die sich die Parteien 2018 in den Koalitionsverhandlungen so mühsam geeinigt haben. Mitte Februar lagen in den deutschen Botschaften gut 36.000 Terminanfragen von Menschen vor, die über den Familiennachzug nach Deutschland kommen wollen. Aber der Weg dahin ist ein mühsamer Prozess. Hier geht es zum Artikel über das Thema.

Rückkehr als Ausweg?

Doch so mancher verzagt, weil ihm oder ihr das Warten zu lang wird. Der Wunsch, wieder mit der Familie vereint zu sein, scheint einer der Hauptgründe, trotz Krieg und unklarer Zukunft nach Syrien zurückzukehren. 437 Menschen haben im vergangenen Jahr das Angebot der Behörden auf finanzielle Unterstützung für ihre Rückkehr angenommen. Die Regierung betont, gemäß dem Beschluss der Innenministerkonferenz vom 30. November 2018 werde weiterhin niemand gegen seinen Willen nach Syrien geschickt. Doch gleichzeitig locken die Behörden mit finanziellen Anreizen. Politiker insbesondere der Grünen forderten eine “ernsthafte Rückkehrberatung” – zum Beispiel für jene, die ausreisen wollen, weil sie vom Warten auf eine Familienzusammenführung zermürbt sind, um zu prüfen, ob eine Rückkehr in der persönlichen Situation sinnvoll ist. Zum Artikel geht es hier.

Um einen Tisch sitzen

Gemeinsam um einen Tisch zu sitzen schafft Verbindungen. Das hat sich auch das Team von Über den Tellerrand gedacht. Die Organisation, die inzwischen in vielen Städten in Deutschland und auch in anderen Ländern aktiv ist, lässt Neuangekommene und Alteingesessene zusammen kochen und essen – oder, wie vergangene Woche in Schöneweide, zum Beispiel defekte Gegenstände reparieren. Ziel ist, über die gemeinsame Aktivitäten in Kontakt zu kommen und mehr über das Leben der Anderen zu erfahren. Die Reporterin Raghad al Bunni war für Amal dabei.

Kritik am Präsidenten

Darf man einen Präsidenten bei einer Diskussionsveranstaltung öffentlich kritisieren? So wie das kürzlich im Schloss Bellevue geschah, als Frank-Walther Steinmeier wegen seiner Grußadresse an den iranischen Präsidenten heftig zur Rede gestellt wurde. Das Nachrichten-Team der Amal-Redaktion war erstaunt, wie gelassen der Präsident blieb. Anderswo wäre es den Rednern schlecht ergangen, für ihre klaren Worte hätten sie vermutlich mit dem Leben bezahlt. Die Handkante, die wie ein scharfes Messer über den Hals fuhr, sagte alles. Den Artikel über die Kontroverse über Steinmeiers Glückwünsche an Rohani finden Sie hier auf Arabisch und hier auf Persisch.

 

Aus Dubai nach Berlin

Zu Guter letzt noch ein Tipp fürs Wochenende: Die renomierte Fann-Á-Porter-Galerie aus Dubai zeigt noch bis zum 22. März die Ausstellung “Narratives from the Middle East”. Liebe, Freundschaft, Hoffnung, Tragödie und Familienleben sind auch hier die großen Themen. Aufstrebende Künstlerinnen und Künstler sind von Dubai nach Berlin gekommen – gehen Sie hin, es gibt überraschende Einblicke in die Arbeiten von Mariam Abbas, Fadi Attoura, Houssam Ballan, Majd Kurdieh und Omar Najjar. Zum Artikel geht es hier, einen Link zur Ausstellung finden Sie hier.

In eigener Sache
Amal kommt nach Hamburg. Während in der Berliner Redaktion der Betrieb wie gewohnt weitergeht, laufen die Vorbereitungen für den Start an der Elbe auf vollen Touren. Neue Kolleginnen werden eingearbeitet, neue Themen gesucht und gefunden. Besonders froh sind wir, dass die Zusammenarbeit mit dem Hamburger Abendblatt auf einem guten Weg ist. Neben verschiedenen kichlichen Einrichtungen sind die Körber-Stiftung und die Schöpflin-Stiftung dabei. Für alle, die es vergangene Woche verpasst haben, kommt hier nochmal der Link zur Pressemeldung.

Fotos:
epd-bild/Christian Ditsch
epd-bild/ Anke Bingel
Raghad Al Bunni