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Was ist dran an den Gerüchten über Zuhälterei in den Heimen?

Mittwoch 1. November 2017

Stürmisch war es in Berlin in der vergangenen Woche – auch im übertragenen Sinn. Reporterinnen von Amal, Berlin! recherchierten hinter den Kulissen der Flüchtlingsunterkünfte.

 

Verdacht auf Zuhälterei

Stimmt es, dass Sicherheitsmänner in einer Flüchtlingsunterkunft in Wilmersdorf junge Männer und Frauen in die Prositution vermittelt haben? Das ZDF-Magazin Frontal 21 hatte am 24. Oktober über entsprechende Fälle berichtet. Asmaa Youssuf und Jahan Ahmadi fragten in der betroffenen Unterkunft nach. Sie sprachen mit Bewohnern und Mitarbeitern – allerdings ohne dass sie die Vorwürfe erhärten konnten. Manche der Befragten hatten noch nicht einmal von den Vorfällen gehört und waren stark geschockt. Derzeit ermittelt die Polizei. „Sollte sich der Verdacht erhärten, werden wir die Sicherheitsfirma zwingen die betroffenen Männer abzuziehen und Strafanzeige stellen“, sagte Stephan Fischer, Sprecher des ASB, der das Heim betreibt, den Reporterinnen von Amal, Berlin! Der Sprecher des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten, Sascha Langenbach, wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Hier geht es zu dem Bericht auf Arabisch und hier auf Farsi.

 

Kurs für Medienschaffende

Die Universität der Künste Berlin (UDK) macht mit der Artist Training – Refugee Class for Professionals ein Angebot an Geflüchtete, die im Bereich Medien gearbeitet haben oder arbeiten wollen. Eine Woche lang haben sie gemeinsam die Berliner Medienlandschaft kennengelernt und sich über die Besonderheiten journalistischen Arbeits in Deutschland informiert. Für einige war es der Versuch, in ihrem Beruf wieder Fuß zu fassen. Amal, Berlin! hat das Projekt mit Inputs und Mentoring unterstützt und darüber berichtet.

 

Eine mutige Journalistin

Shakila Ibrahim Khel ist Journalistin aus Afghanistan. Sie war eins der bekanntesten Gesichter eines beliebten privaten Fernsehsenders. Vor anderthalb Jahren kam sie nach Deutschland, um hier Asyl zu suchen. Shajahan Ahmadi hat Shakila Ibrahim Khel bei einer Lesung in Jena erlebt, wo diese mit zwei Kolleginnen ihr neues Buch vorstellte. Darin erzählt sie ihre Geschichte – von Anschlägen, blutigen Bildern und schwierigen Interviews mit den Hinterbliebenen – und von dem Gefühl, eine sinnvolle Arbeit zu tun. Aber als ihre Kollegen bei einem Selbstmordattentat starben, beschloss sie mit ihren drei Kindern Afghanistan zu verlassen. Sie fühlte sich dort nicht mehr sicher. Jetzt bekam sie einen Job bei der Deutschen Welle angeboten. “Mein Motto ist Menschlichkeit, Grenzen und Religionen spielen da keine Rolle”, sagt sie. Hier geht es zum Porträt auf Farsi.

Tipp für die Ferien

Einen Rundgang durch das Ägyptische Museum hat Noorullah Rahmani unternommen. Mit seine Kamera nimmt er die Zuschauer mit zu den Schätzen aus der Zeit der Pharaonen. Dieser Beitrag lädt ein, die Herbstferien zu nutzen, das kulturelle Angebot der Stadt kennen zu lernen. Hier geht es zum Video.