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Nach Bericht auf Amal, Berlin: Nisreen Hussein darf bleiben

Freitag 9. Februar 2018

Dies war die Woche großer Freude. Erinnern Sie sich noch an den Bericht über Nisreen Hussein, die Frau mit der dunklen Haut, die das Gefühl hatte, dass man ihr beim BamF nicht glauben wollte, dass sie aus Syrien kommt? Das Video von Anas Khabir hat auf Facebook große Kreise gezogen, 303.000 Menschen haben es gesehen, 3.000 Menschen reagierten, diskutierten den Fall oder wünschten Nisreen alles Gute. Das Daumendrücken hat sich gelohnt: In dieser Woche bekam sie ihre Aufenthaltsgenehmigung. Die Experten kamen nun doch zu dem Schluss gekommen, dass sie Syrerin sein muss – nur dass sie eben etwas anders ist als andere. Denn soviel ist klar: Auch in Syrien hat es Eingewandung gegeben, was sich in der Vielfalt der Bevölkerung spiegelt. Wir werden demnächst ausführlich berichten.

GroKo to go?

Es sieht so aus, als bekäme Deutschland bald wieder eine Regierung. Khalid Alaboud kommentiert die GroKo-Einigung: Er ist sehr skeptisch. “Es heißt ja, Politik sei die Kunst zu lügen”, schreibt er. “Aber wie können die Mitglieder der SPD jemandem vertrauen, der Ja sagt, aber nicht Ja meint? Wird es den Sozialdemokraten gelingen, die vielen Anhänger zurück zu gewinnen, die sie in der jüngsten Zeit verloren haben, weil ihr Vorsitzender seine Position gewechselt hat?”

Reich, bunt und bescheiden

Ein Highlight in dieser Woche war das Porträt von Ise Bosch, das Negin Behkam geschrieben hat. Sie hat die Enkelin des Industriellen Robert Bosch besucht und traf auf eine überraschend bescheidene Frau, die mit ihrer Band sogar in coolen Clubs in Berlin aufgetreten ist. Sie hat mit ihr über Geld gesprochen, und darüber, dass reich zu sein auch Verpflichtungen mit sich bringt. Ise Bosch setzt das Erbe ihres Grißvaters für gute Zwecke ein. Das Porträt finden Sie auf hier.

Schreiben und vergleichen

Ein großes Interview mit der palästinensisch-syrischen Schriftstellerin Nema Khaled hat Samer Masouh gemacht. Anlass sind die Arabisch-Deutschen Literaturtagen, die an diesem Wochenende in Berlin stattfinden. Nema Khaled redet darin unter anderem über ihre neuste Arbeit, in der sie die Belagerung des Camps in Yarmouk während der syrischen Revolution, bei der 179 Menschen verhungert sind, in Beziehung setzt zur Blockade Berlins 1948, wo durch humanitäre Hilfe eine große Katastrophe verhindert werden konnte. Sie möchte zeigen, dass menschliches Leid überall gleich ist. Unabhängig von Ort und Zeit.

Überhaupt ist kuturell gerade viel los in der Stadt. Eine Ausstellung des Fotografen Hayyan al-Youssef zeigt Bilder aus Deir al-Zour von 2012 bis 2014, bevor der IS die Kontrolle in der Stadt übernahm. Khalid Alaboud hat die Ausstellung besucht.

Das große Treffen

Beim Iranischen Theaterfestival in Heidelberg war Omid Rezaee dabei. Er traf auf viele große Schauspielerinnen und Schauspieler, Regisseure und Ausstatter, die im Exil leben und davon erzählen, wie es ist, außerhalb des Heimatlandes auf der Bühne zu stehen. Nun schon zum elften Mal kommen hier junge und alte Theaterbegeisterte zusammen. Seine Video-Reportage finden Sie hier.

Schöne Worte

Und dann war da noch dieser schöne Artikel in der FAZ. Unter der Überschrift “Wir repräsentieren hier keine Regime” stellt die Kollegin Claudia Reinhard die Arbeit der Redaktion vor. Ihr Schlusssatz sei auch der unsere für heute: “Der bisherige Erfolg gibt Hoffnung. Oder auf Arabisch: Amal.”