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Die Jungs am Alex und die Community im Netz

Samstag 11. November 2017

Die Schlägereien auf dem Alexanderplatz ebben nicht ab. Auch in der vergangenen Woche gingen Jugendliche dort gewaltsam aufeinander los – Syrer gegen Afghanen und umgekehrt. In den täglichen Nachrichten auf Facebook berichtet Amal, Berlin! von diesem Konflikt – und hat eine öffentliche Diskussion in der Community angestossen. Ein neuer Jugendtreff soll die Kids von der Straße holen. Kann das gelingen?

Die weiteren Themen in der Woche vom 6. bis 12. November:

Wie geht es weiter mit den Heimen?

Auch zwei Jahre nach der sogenannten Flüchtlingskrise leben in Berlin tausende Menschen in Notunterkünften. Wie geht das weiter für sie? Asmaa Youssuf hat beim Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) nachgefragt, wie die Pläne für die Zukunft aussehen. Dessen Sprecher, Sascha Langenbach, nannte Zahlen: 1600 Menschen werden in den kommenden Wochen in feste Unterkünfte ziehen können. Aber auch 2018 werden noch rund 3.500 Menschen in Notunterkünften leben. Das LAF plant, vor allem die Container-Unterkünfte auszubauen. Die seien natürlich deutlich weniger komfortabel als richtige Wohnungen, sagte LAF-Sprecher Sascha Langenbach gegenüber Amal, Berlin! Aber immerhin könnten die Bewohner dort selber kochen und kommen und gehen, wie sie möchten, zum Beispiel wenn sie abends noch zum Sport wollen. Den arabischen Text finden Sie hier.

Plädoyer für den Status als Flüchtling

Viele Flüchtlinge schmähen das Wort Flüchtling. Lieber reden sie von den Neuangekommenen. Samer Massouh macht sich in seinem Kommentar dafür stark, die Bezeichnung mit Stolz und Würde zu tragen – steht sie doch für einen Rechtsbegriff, der Menschen zusteht, die aus ihrem Land fliehen mussten und in einem anderen Land Zuflucht finden. Wenn die Intellektuellen sich von der Bezeichnung als Flüchtling distanzieren – wer sind dann die Flüchtlinge? Die Afghanen? Die Somalier? Entsteht so nicht ein neuer Rassismus? Natürlich sei es falsch, Menschen auf das Geflüchtet-Sein zu reduzieren, sagt Samer Massouh. Als Journalist möchte er an seinen Artikeln gemessen werden, und da spielt seine rechtliche Lage keine Rolle. Aber trotzdem sagt er von sich: Ich bin ein Flüchtling. Denn dieser Rechtsstatus ist ihm wichtig.

Neuanfang für Frauen

Für Frauen ist der Neuanfang in Deutschland oft besonders schwer. Jahan Ahmadi stellt ein Projekt vor, das den Einstieg erleichtert. Beim Point-Projekt kommen Frauen aus vielen Ländern zusammen, sie finden Coaches für die Berufswahl und Gleichgesinnte für den Austausch. Im Sister-Programm tun sich deutsche und geflüchtete Frauen zusammen und gehen gemeinsam die nächsten Schritte. Innerhalb von zwei Jahren sollen hundert Frauen von diesem Programm profitieren.  50 waren schon dabei. Hier geht es zu dem Text auf Dari.

 

Ein schönes Wochenende

Die Wochenend-Tipps auf Amal, Berlin! erfreuen sich zunehmender Beliebtheit: Diesmal reichen sie von einem Besuch im neuen Museum für Streetart bis zum Hinweis auf die vielen Laternen-Umzüge rund um den Martinstag am 11. November.  Auf Dari-Farsi und auf Arabisch.

Foto: epd-Bild