Das Projekt

Die Idee

Amal, Berlin! sind zehn geflüchtete Journalistinnen und Journalisten aus Syrien, Afghanistan, Iran und Ägypten. Sie haben eine Internetplattform mit Nachrichten aus Berlin auf Arabisch und Farsi/Dari aufgebaut und berichten über das, was in Berlin und in Deutschland stattfindet – über Politik, Kultur und Gesellschaft. Diese Nachrichtenplattform soll den vielen Neuankömmlingen beim Einleben in der Stadt helfen, so dass sie teilhaben und sich beteiligen können. Dabei geht es um Berichte zu typischen Flüchtlingsthemen, aber klassischer Nachrichtenjournalismus steht im Vordergrund.

Amal, Berlin! ist ein sprachliches Experiment: Neben der arabischen Redaktion gibt es auch eine Redaktion, in der Journalisten aus Afghanistan und Iran zusammenarbeiten. Im Prinzip sind die Unterschiede zwischen ihren Sprachen, zwischen Farsi und Dari, minimal: In der Praxis allerdings zeigen sich doch Unterschiede und es spielen auch politische Gründe in den Herkunftsländern hinein. Kurz gesagt: Amal, Berlin! bemüht sich um einen sprachlichen Kompromiss, so dass die Berichte sowohl für die afghanischen als auch für die iranischen Berliner und Berlinerinnen verständlich sind.

Der Workshop

Das Projekt begann im September 2016 mit einer zweimonatigen Workshop- und Fortbildungsphase. Die Journalistinnen und Journalisten wurden mit den Besonderheiten der Berliner Gesellschaft und mit dem journalistischen Arbeiten in der Hauptstadt vertraut gemacht. Sie bekamen zudem ein intensives Training in Online-Journalismus und Mobile Reporting. Hierbei kamen die Trainer der Evangelischen Journalistenschule zum Einsatz. In dieser Phase lieferte das Team von Amal, Berlin! Texte für die Zeitschrift Chrismon und produzierte das zweisprachige Chrismon-Spezial für Geflüchtete und Ehrenamtliche. In dieser Zeit gelang es den Teilnehmern und Teilnehmerinnen über alle nationalen, politischen und persönlichen Unterschiede hinweg zu einem funktionierenden Team zusammenzuwachsen.

Die Plattform

Mit großen ehrenamtlichen Einsatz hat das Team seit Dezember 2016 die Online-Plattform aufgebaut und die Redaktion geformt. Webdesigner Gwendal Vernay  erstellte die Webseite und schulte die Redakteure. In dieser Zeit wurde das Projekt in der Zielgruppe bekannt gemacht. Nach einigen Wochen des Probebetriebs geht Amal, Berlin! Anfang März 2017 online. Werktäglich und aktuell wird nun die arabisch- und farsi-/darisprachige Bevölkerung in Berlin und bundesweit mit Nachrichten, Reportagen und Analysen versorgt.

Schon jetzt gibt es immer wieder Kooperationen mit Medien wie dem Tagesspiegel und Zeit-Online. In Reaktion auf den Terroranschlag in Berlin haben unsere Autorinnen und Autoren Kommentare und Betrachtungen verfasst, die in den genannten Medien erschienen sind. Dies bringt uns zu der Annahme, dass es auch in Zukunft Bedarf an solchen Texten und Interessenten für einen regelmäßigen Newsletter gibt.

Die Kooperationen

Es gibt mehrere andere Projekte, in denen journalistische Beiträge von geflüchteten Journalistinnen und Journalisten in deutschen Medien erscheinen. Auch viele aus dem Amal, Berlin-Team beteiligen sich an diesen Projekten und es gibt intensiven Austausch und Zusammenarbeit. Allerdings unterscheidet sich unser journalistischer Zugang: Bei Amal, Berlin! geht es um den besonderen Blick, den Geflüchtete auf unsere Gesellschaft haben. Und: Es erscheinen Berichte zu alltäglichen Themen und zur politischen und gesellschaftlichen Situation in Deutschland insgesamt. Dies ist den Teammitgliedern ein besonderes Anliegen. Sie wollen auf die Dauer nicht nur „Betroffenheitsgeschichten“ schreiben, wo sie ihre persönliche Lage beleuchten. Sie wollen wie alle Journalistinnen und Journalisten über das Geschehen um sie herum berichten. Genau dieser Blickwinkel ist auch für die Mehrheitsgesellschaft interessant und kann durch den regelmäßigen Newsletter vermittelt werden.

Der Träger

Amal, Berlin! ist ein Projekt der Evangelischen Journalistenschule (EJS). Es profitiert von der Unterstützung, der Erfahrung und dem Netzwerk der angesehenen Schule. Die Evangelische Journalistenschule in Berlin ist eine Abteilung des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) mit Hauptsitz in Frankfurt am Main. Das GEP ist das zentrale Mediendienstleistungsunternehmen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), ihrer Gliedkirchen, Werke und Einrichtungen. Finanziert wird Amal, Berlin! mit Mitteln der EKD.

Die Projektleitung

Die Projektleitung liegt bei Cornelia und Julia Gerlach.